Der „internationale Tag der Menstruationshygiene" am 28. Mai wurde ins Leben gerufen, um die Entstigmatisierung der Menstruation zu forcieren. Während hierzulande über kostenlose Menstruationsprodukte diskutiert wird, entscheidet sich in Tansania am Zugang zu Menstruationsprodukten und Körperwissen der Schulabschluss von Mädchen. In einem gemeinsamen Projekt der Tiroler Organisation Bruder und Schwester in Not [BSIN] und der tansanischen Organisation Rulenge-Ngara Human Life Defence Initiative [RN-HLDI] soll das geändert werden. Um 20% stieg der Schulbesuch von Mädchen in der ersten Projektphase.
„Dass Mädchen in der Zeit ihrer Menstruation die Schule nicht besuchen, ist einfach unfassbar!" Das sagt Maria Ma. Die Tiroler Hackbrettistin steht mit ihrem Namen und Gesicht als Testimonial für die Tiroler Hilfsorganisation Bru-der und Schwester in Not [BSIN]. Zum Weltmenstruationstag am 28. Mai ruft sie gemeinsam mit BSIN-Geschäftsführerin Marika Eisner und der zuständigen Projektreferentin Sandra Schett dazu auf, Mädchen in Tansania beim Erwerb von Schulbildung zu unterstützen. „In unserer Projektregion scheitert der Schulbesuch von Mädchen während der Menstruation oft genauso am Fehlen von Hygieneprodukten wie an nicht vorhandenen Wasser- und Waschgelegenheiten in der Schule oder am weiten Schulweg. Die Mädchen bleiben während der Regel dann zu Hause.", erklärt Ostafrika-Referentin Sandra Schett. „Und wer jeden Monat mehrere Tage verpasst, hat von Haus aus schlechtere Chancen, in der Schule mitzuhalten und diese abzuschließen!"
Projekt: Wissen und Sanitäranlagen
Der Distrikt Biharamulo liegt in der Kagera-Region im Norden Tansanias. „Ein Schulabschluss für Mädchen“ ist der Name des Projekts, das gemeinsam von BSIN und RN-HLDI durchgeführt wird. Durch die Implementierung bewusstseinsbildender Workshops, Vermittlung von hygienischen Kompetenzen und Körperwissen und Errichtung sanitärer Infrastruktur wird auch Mädchen aus armen Familien ermöglicht, zyklusunabhängig und durchgängig die Schule zu besuchen. Mädchen werden außerdem in der Herstellung und hygienischen Nutzung wiederverwendbare Stoffbinden geschult.
Beispiel: Jesca Dosela (15) aus Rwagati, Tansania
Eine Betroffene, die durch das Projekt bereits profitieren konnte, ist die heute 15-jährige Jesca Dosela. Sie besucht die Rwagati Schule im gleichnamigen Ort. In der zweiten Klasse bekam sie erstmals ihre Menstruation. „Meine Eltern können sich keine Hygieneprodukte leisten,“ erzählt sie. Aus Angst vor Blut-flecken auf der Schuluniform und fehlenden Binden blieb sie oft zu Hause oder verließ die Schule manchmal auch früher. Die vielen Fehlstunden beeinträchtigten schließlich ihre schulischen Leistungen. Als das Projekt an ihrer Schule implementiert wurde, wurden nicht nur Waschgelegenheiten und Zugang zu Wasser errichtet, sie lernte auch, den Zyklus abzuzählen und wie man aus Stoffresten wiederverwendbare Binden näht. Zusätzlich gibt es an ihrer Schule nun unter den Lehrerinnen eine Ansprechperson und ein „Notfallpaket" mit Einwegbinden und Schmerzmitteln.
Erste Projektphase: Schulbesuch stieg um 20%
Eine Betroffene, die durch das Projekt bereits profitieren konnte, ist die heute 15-jährige Jesca Dosela. Sie besucht die Rwagati Schule im gleichnamigen Ort. In der zweiten Klasse bekam sie erstmals ihre Menstruation. „Meine Eltern können sich keine Hygieneprodukte leisten,“ erzählt sie. Aus Angst vor Blut-flecken auf der Schuluniform und fehlenden Binden blieb sie oft zu Hause oder verließ die Schule manchmal auch früher. Die vielen Fehlstunden beeinträchtigten schließlich ihre schulischen Leistungen. Als das Projekt an ihrer Schule implementiert wurde, wurden nicht nur Waschgelegenheiten und Zugang zu Wasser errichtet, sie lernte auch, den Zyklus abzuzählen und wie man aus Stoffresten wiederverwendbare Binden näht. Zusätzlich gibt es an ihrer Schule nun unter den Lehrerinnen eine Ansprechperson und ein „Notfallpaket" mit Einwegbinden und Schmerzmitteln.
Erste Projektphase: Schulbesuch stieg um 20%
„Ein wichtiger Aspekt des Projekts sind die bewusstseinsbildenden Maßnahmen.", so Schett. „Die Workshops finden nicht nur mit den Mädchen allein statt, es gibt gemeinsame Schulungen mit den Buben, und natürlich auch mit den Lehrkräften, den Eltern und Verantwortlichen in der Lokalpolitik."
Der Erfolg gibt den beiden Organisationen recht: Der Schulbesuch in den ersten vier Schulen stieg um 20%. Insgesamt 22 Sekundarschulen gibt es in diesem Distrikt. An vier davon, unter anderem der von Jesca, sind die Maß-nahmen bereits abgeschlossen, an drei weiteren laufen sie zur Zeit.
Das umsetzende Fachpersonal berichtet immer wieder von zahlreichen An-fragen aus Schulen und Lokalpolitik weit über den Distrikt hinaus. Das mittelfristige Ziel von Bruder und Schwester in Not ist, die Maßnahmen an allen 22 Sekundarschulen des Distrikts umsetzen zu können. „Es ist generell wichtig, dass Mädchen gestärkt werden!", so Testimonial Maria Ma. „Und Bildung ist der einzige Weg zu einem selbstbewussten und selbstbestimmten Leben!"
Wer das Projekt unterstützen möchte, kann das über das Spendenkonto von Bruder und Schwester in Not oder die Internetseite tun:
Spendenkonto AT59 3600 0000 0066 8400, online www.bsin.at/jetzt-spenden/
Seit 65 Jahren für Menschen in Ostafrika und Lateinamerika
Bruder und Schwester in Not ist eine Stiftung der Diözese Innsbruck. Spenden aus Tirol ermöglichen seit 1961 Projekte der Entwicklungszusammenarbeit. Die Organisation führt diese gemeinsam mit Partnerorganisationen in Bolivien, El Salvador, Tansania und Uganda durch. Die meisten Projekte sind im ländlichen Raum angesiedelt und fokussieren den Erwerb von Wissen, z.B. im Bereich Landwirtschaft, Einkommensgenerierung sowie Menschen- bzw. Frauenrechte.
Bruder und Schwester in Not trägt das Spendengütesiegel. Unterstützer:innen können ihre Spende steuerlich absetzen. Auch der Kirchenbeitrag kann für Bruder und Schwester in Not zweckgewidmet werden.
Bilder zur honorarfreien Verwendung:
© Wenn nicht anders angegeben: Bruder und Schwester in Not
Bild 1/2: In Tansania verursacht das Menstruationtabu Fehlzeiten und Schulabbrüche. Im Projekt von Bruder und Schwester in Not erwerben Mädchen Wissen, wie man Stoffbinden näht, zu Körperwissen und wird sanitäre Infrastruktur an Schulen errichtet.
Bild3: Josca Dosela konnte bereits von den Workshops profitieren. Sie besucht nun wieder durchgängig die Schule und steht kurz vor dem Abschluss.
Bild 4: © BSIN/ R. Mabala: Hackbrettistin Maria Ma unterstützt das Projekt. Als „unfassbar" bezeichnet sie die Tatsache, dass tansanische Mädchen während der Regelblutung nicht zur Schule gehen.
Pressebilder
Download
Download
Download
Pressekontakt und Download
Öffentlichkeitsarbeit und Fundraising
Tel.: +43 676 8730 6713
E-Mail: sarah.schuller-kanzian@dibk.at