„Internationale Solidarität darf kein Sparposten sein“ - Warum die Worte der Bischöfe Gewicht haben
In den vergangenen Tagen haben die österreichischen Bischöfe deutliche Worte zur geplanten Kürzung der staatlichen Mittel für Entwicklungszusammenarbeit gefunden. Sowohl in den Stellungnahmen der Bischofskonferenz als auch in den Äußerungen von Erzbischof Franz Lackner wird klar: Die Kirche sieht diese Entwicklungen mit großer Sorge.
Für die Bischöfe ist Entwicklungszusammenarbeit nicht nur ein technischer Bereich staatlicher Budgetpolitik, sie ist Ausdruck internationaler Solidarität und Teil eines grundlegenden Menschenbildes. Wenn Erzbischof Lackner betont, dass die Menschheit eine gemeinsame Familie bildet, dann verweist er auf eine Haltung, die für die Kirche seit Jahrzehnten leitend ist: Wohlhabendere Länder tragen Verantwortung für jene Regionen, in denen Armut, strukturelle Not oder Krisen die Lebensmöglichkeiten stark einschränken.
Gerade deshalb warnen die Bischöfe vor den Folgen der geplanten Einsparungen. Sie erinnern daran, dass staatliche Programme und kirchliche Hilfswerke über viele Jahrzehnte eng zusammengearbeitet haben - oft erfolgreich, oft mit direkter Wirkung auf das Leben unzähliger Menschen weltweit. Bildungsinitiativen, Gesundheitsprojekte, Maßnahmen zur Trinkwasserversorgung oder zur Verbesserung der landwirtschaftlichen Produktion entstanden in dieser Zusammenarbeit und konnten dank langfristiger Stabilität wachsen.
Eine drastische Kürzung dieser Mittel gefährdet genau diese gewachsenen Strukturen. Projekte verlieren ihre Planungssicherheit, Partnerorganisationen ihre Basis. Und am Ende trifft es jene Menschen, die auf Unterstützung angewiesen sind.
Auch wir spüren diese Entwicklungen. Wir arbeiten seit vielen Jahren eng mit unterschiedlichen Partnern auf Basis öffentlicher Förderung zusammen. Was die Bischöfe ansprechen, betrifft also auch unser Arbeitsumfeld und damit Projekte, die vielen Gemeinschaften konkrete Hoffnung geben.
Umso wichtiger ist uns der Appell der Bischöfe: Die Entwicklungszusammenarbeit ist kein Bereich, in dem man ohne Folgen einfach kürzen kann. Sie ist ein Ausdruck von Verantwortung, Verlässlichkeit und internationaler Verbundenheit – Werte, die auch in herausfordernden Zeiten gelten sollten.
Die Hoffnung, dass das Gespräch mit den politisch Verantwortlichen weitergeführt wird, teilen wir. Denn vieles steht auf dem Spiel und die Chance besteht, dass Österreich weiterhin jene Rolle übernimmt, für die es viele Menschen weltweit schätzen: ein verlässlicher Partner, der global mitträgt, was lokal gebraucht wird.